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Ortsverein Nordenham
Geschichte

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Der SPD-Ortsverein Nordenham -
über 100 Jahre Parteigeschichte


 



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1893

Arbeiterverein gegründet
"Arbeiterverein Nordenham und Umgebung" wird gegründet. Zum Vorsitzenden wird Eilerich Meinen gewählt. Versammlungen finden monatlich statt. Zur Weiterbildung der Mitglieder wird eine Bibliothek eingerichtet und eine Krankenunterstützungskasse wird gegründet. Am Jahresende zählt der Arbeiterverein bereits 200 Mitglieder.

 1896

Wilhelm Denker lässt sich nicht unterkriegen
Nach einem gewaltigen Festumzug hält der Vorsitzende Wilhelm Denker auf dem Marktplatz eine leidenschaftliche Rede. Die Arbeitgeber wollen ihn daraufhin aus Nordenham entfernen. Denker kündigt und eröffnet in Burhave eine Kneipe,

 1897

Verein muss Krankengeld kürzen
Der neue Vorsitzende, Eduard Borstorf, muss das Krankengeld kürzen. Bisher waren 4,50 Mark wöchentlich drin. Der Grund: 130 Mark Beitragsrückstände waren aufgelaufen. Die Versammlung beschließt, dass bei allen öffentlichen Anlässen die Abzeichen zu tragen sind.

 1898

Arbeiterverein knüpft Kontakte
Kollegen reisen zu einem Gewerkschaftsfest nach Bremerhaven. Laut Beschluss wird dazu das Fahrgeld vergütet. Und um sich gegenseitig zu unterstützen, wird auch die Teilnahme am Stiftungsfest des Arbeitervereins Abbehausen beschlossen.

 1899

Anrede jetzt Genosse
Inzwischen heißen die Zusammenkünfte Parteiversammlung und im Vorfeld der SPD-Gründung heißt es nicht mehr Kollegin oder Kollege, sondern Genossin und Genosse. Neuer Vorsitzender ist jetzt der Genosse Schlieckriede.


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1901

In der Bibliothek fehlt Geld
Der Bibliothekar hat zu wenig in der Kasse. Darunter soll die Bildung der Genossinnen und Genossen nicht leiden. Immerhin - der Kassenüberschuss von 8 Mark soll zur Anschaffung nützlicher Bücher verwendet werden. Einstimmig wird beschlossen, ein Bürgerliches Gesetzbuch anzuschaffen.

 1902

Landtagswahl - Kandidaten umstritten
Die Versammlung will den Kandidaten Tantzen unterstützen. Allem Anschein nach unterstütze er eher die arbeitende als die besitzende Klasse. Wegen des Wahlgesetzes habe die Partei jedoch keine Siegeschancen, ist die pessimistische Einschätzung der Genossen.

 1904

Menschlichkeit und Solidarität
Der Genosse Behnken ist schon länger krank. Spontan kreist eine Sammelbüchse, um Behnken und seine Familie zu unterstützen. Dann wird weiter beschlossen, dass im Sterbefall eines Mitgliedes die Familie die Wahl habe, ob sie Musik zum Begränis wolle oder dementsprechend das Geld ausgezahlt haben möchte.

 1906

Frauenboykott
Es fällt auf, dass sich die Frauen nicht mehr an den Parteiversammlungen beteiligen. Der Genosse Puckhaber weiß den Grund: "Einige Genossen haben die Genossinnen Waschweiber genannt, weshalb diese es vorgezogen haben, zunächst und bis auf Weiteres überhaupt nicht mehr zu erscheinen".

 1907

Vier Genossen im Rat zu Atens
Entsetzen bei den bürgerlichen Parteien: Den Nordenhamer Sozialdemokraten ist der Durchbruch gelungen; vier Genossen ziehen in den Atenser Rat ein.


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1908

265 Mitglieder und 563,85 Mark Kassenüberschuss
Vorsitzender ist Wilhelm Harms. Trotz widriger Zeiten gibt es 200 männliche und 65 weibliche Mitglieder. Der Kassenüberschuss beträgt 563,85 Mark. Dass das Weihnachtsfest mit einem Defizit von 80,90 Mark abschließt, hätten die Genossinnen und Genossen selbst verschuldet. Durch Teilnahme an den "bürgerlichen Festen" hätten sie dem eigenen Fest die Einnahmen entzogen.

 1909

Unvereinbarkeitsbeschlüsse
Den Aufnahmeantrag des Gastwirts Hoffhenker wird nicht zugestimmt, da dieser nicht nachweislich aus dem Marineverein ausgetreten ist. Ein Zimmermann hat sich als Streikbrecher betätigt und wird darum nicht aufgenommen. Ein Genosse wird wegen Streikbrecherei ausgeschlossen und ein weiterer kommt dem Beschluss gerade noch durch Austritt zuvor.

 1910

SPD-Jugendorganisation gegründet
Als erste politische Jugendorganisation wird ein Jugendausschuss aus Gewerkschaften und Partei, aus organisierten Frauen, Arbeiterturnvereinen und Jugendlichen aus Nordenham und Einswarden gegründet. Dem Kaufmann Senf wird erneut die Aufnahme in die SPD verweigert, weil er sein Dienstmädchen misshandelt hat

 1912

Fisch-Kochkursus gefordert
Laut Parteibeschluss wird die Stadt aufgefordert, einen Fisch-Kochkursus zu veranstalten. Zugleich ergeht die Aufforderung, die Stadt möge Fisch ankaufen und zum Selbstkostenpreis weiter verkaufen. Weiter wird beschlossen, dem Gastwirt Kohner zwei Mark Heizungsgeld zu bezahlen - bei den Sitzungen ist es so kalt.

 1913

20 Jahre SPD
Man gedenkt der Gründung des sozialdemokratischen Vereins vor 20 Jahren. Zu einer Maifeier gemeinsam mit den Gewerkschaften trifft man auf dem Rathausplatz zusammen. Die Maifeier klingt mit einem Tanzvergnügen aus; 10 Musiker sind dazu bestellt worden.


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1914

Leserwerbung für Parteizeitung
Circa 400 Abonnenten aus Nordenham beziehen jetzt das "Norddeutsche Volksblatt" - vorher waren es man gerade 48.

 1918

Krieg kostet 20 Sozialdemokraten das Leben
Von 288 Nordenhamer Sozialdemokraten sind 156 zum Kriegsdienst eingezogen worden, davon kehren 20 nicht zurück. Die versammelten Genossinnen und Genossen sind voller Trauer und Anteilnahme für die Hinterbliebenen. In ihrem Drang, für die Arbeiterklasse einzutreten will man sich nicht bremsen lassen; es warten genügend Aufgaben, steht im Protokoll zu lesen.

 1919

Erste Genossin nach dem Krieg im Stadtrat
18 Sozialdemokraten kandidieren bei der Stadtratswahl. Auf Listenplatz 6 tritt Anna Schulze unter der Berufsbezeichnung "Ehefrau" an - und wird gewählt. Es herrscht große Freude - insgesamt sieben Sozialdemokraten ziehen ins Stadtparlament ein.

 1921

Patt im Rat
Erneut finden Stadtratswahlen statt. SPD und USPD erringen gemeinsam neun Mandate und stehen einer gleichstarken bürgerlichen Gruppe gegenüber. Wieder zieht für die SPD eine Frau mit dem Beruf "Ehefrau" in den Rat ein.

 1925

Reichsbanner gegründet
"Demokraten und Sozialisten" schließen sich zu einem Verband zusammen, um die Demokratie gegen den rechten Terror und antidemokratische Kräfte zu verteidigen.


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1926

Reichsbanner feiert zwei Tage
Im gedruckten Festprogramm lautet ein flammender Appell:
"Wehe voran dem Kampf, dem Sieg!
Nie wieder Krieg!
Vorwärts und aufwärts, nimmer zurück,
für Friede, Freiheit und Menschenglück."
Rund 1000 auswärtige Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligen sich an den Festlichkeiten. Und angesichts dieser Kundgebung glaubt gewiss keiner mehr an die Gefahr durch den braunen Mob.

 1931

Linke rücken zusammen
Obwohl landesweit Bündnisse von Sozialdemokraten und Kommunisten kritisch gesehen werden, beschließen die Linken ein fraktionsübergreifendes Bündnis. Das diene dem Wohl der Bevölkerung; nur durch diesen Schritt könne man den braunen Horden Mob Einhalt gebieten. Dies wird auch von der KPD gleichlautend erklärt. das Bündnis hält über mehrere Sitzungen des Stadtrats.

 1932

Martin Pauls von Nazis ermordet
Eine Gruppe von 130 Sozialdemokraten fährt per LKW nach Burhave. Unterwegs kommt es wegen eines umgewehten Wahlplakats zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Bäckergeselle Erich Helms den Büroangestellten Martin Pauls erschießt. Helms ist Mitglied des Sturmtrupps 4 der NSDAP. Die Nazi-Mörderbanden haben ihr erstes Opfer in der Region gefunden. Die Wut in der Arbeiterschaft wächst, als - unfassbar - Helms später vor Gericht freigesprochen wird.

 1933

Sozialdemokraten leben gefährlich
SA und SS breiten ihren Terror über der Stadt aus. Dem Sozialdemokraten August Dierker reißen sie die schwarz-rot-goldene Fahne vom Mast und verhaften ihn. Dierker kommt vor Gericht und muss für für zwei Monate in den Knast. Noch mal Glück hat eine Gruppe von Sozialdemokraten um den Genossen Leo Walter. Ein Wachtmeister warnt ihn vor einer Nazi-Razzia. Die Sozis verstecken ihre Waffen und ein Funkgerät und die Nazis finden nichts.

 1935

Sozialdemokraten im Untergrund
Sein mutiger Journalismus kostet den Genossen Elimar Diers seinen Job als Redakteur bei der Kreiszeitung. Er wird Handlungsreisender und hält so Kontakt zwischen den Genossen. Als Kurier im Untergrund erregt der Handelsvertreter für Kaffee, Tee und Bücher im Haus des Flugzeugbauers und anderen Genossen keinen Verdacht. Zu seinen "Kunden" gehört auch Leo Walter, der nach langer Arbeitslosigkeit Arbeit bei Weser-Flug findet.


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1938

Widerstand am 1. Mai
Die Nazis haben den Tag der Arbeit für sich vereinnahmt. Eine Gruppe Widerstandskämpfer aus Nordenham will auf Flugblättern verkünden, dass der Nazi-Aufmarsch zum 1. Mai ausfällt. Dazu wird eine Anleitung zur Herstellung einer ganz einfachen "Druckerei" heraus gegeben. Man brauche dazu Kreide und Glycerin, eine Glasscheibe und Tinte.

 1940

Gestapo beschlagnahmt Flugblätter aus Rotterdam
Sozialdemokraten im Untergrund bekämpfen das NS-Regime trotz intensiver Überwachung durch die Gestapo. In Nordenham, Bremerhaven und besonders Wilhelmshaven sorgen die Genossinnen und Genossen stets für Wirbel. Davon kunden die "Gestapo-Berichte Wilhelmshaven". Auf einem Dampfer aus Rotterdam werden 100 Exemplare der "Sozialistischen Aktion" beschlagnahmt.

 1941

Sozis: Widerstand, Flucht und Emigration
Bis 1935 verstecken sich einige Sozialdemokraten aus dem Widerstand im Saarland. Sie finden Unterschlupf in Neunkirchen im Haus des ehemaligen Rüstringer SPD-Landtagsabgeordneten Henneicke. Nach der Nazi-Machtergreifung fliehen Fritz Lübbe und Emil Dinkler nach Oslo. Lübbe arbeitet dort mit Willy Brandt im Widerstand zusammen. Henneicke wird im Exil in Straßburg verhaftet und ins KZ Sachsenhausen verbracht.

 1943

Widerstandskämpfer Polizeidirektor Willi Mai im KZ ermordet
Die Widerstandskämpfer in und um Nordenham sind sich der Gefahr für sich und ihre Familien bewusst. Ein Schock greift um wie ein Lauffeuer: Willi Mai von den Nazis ermordet. Mai stirbt im KZ Oranienburg. Nazis haben den aktiven Sozialdemokraten als Polizeidirektor von Wilhelmshaven abgesetzt und ins KZ Oranienburg verbracht - wegen "antifaschistischer Hetze".

 1944

Verhaftungswelle
Dem gescheiterten Attentat auf Hitler folgt die "Aktion Gewitter". Alle früheren SPD- und KPD-Abgeordneten und Gewerkschaftssekretäre sind festzunehmen- auch ohne Tatverdacht. Aus der Region werden allein acht Sozialdemokraten verhaftet. Einige werden ins KZ geworfen und dort umgebracht.


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1945

Noch im Untergrund - Partei wieder aktiv
Der Krieg ist vorbei. Noch sind durch die Militärregierung politische Parteien verboten. Die Genossen tagen heimlich in der Ziegelei Atens beim Genossen Heinrich Luttmann. Im September dürfen Sozialdemokraten wieder öffentlich tagen. Johann Müller wird zum Vorsitzenden gewählt. Anerkennung für die Genossin Gertrud Reichelt: Um die SPD-Fahne aus Breslau zu retten, hat sie sich mutig darin eingewickelt und vor der Vernichtung durch die Nazis bewahrt. Wäre sie erwischt worden - nicht auszudenken.

 1946

Sozialdemokraten erringen großen Wahlsieg
Die ersten freien Wahlen in Nordenham nach dem Krieg. Die SPD erhält 17 von 21 Mandaten. Max Schwarz wird zum Bürgermeister gewählt und kurze Zeit später zum Landrat ernannt. Johann Müller ist sein Nachfolger. In einem Flugblatt zur Wahl heißt es sinngemäß: Wir waren seit jeher Antifaschisten. Nicht weil wir meckern wollten, sondern weil wir von Anfang an der wahren Sinn des Nationalsozialismus durchschaut haben. Unser Gewissen hat uns jegliche Unterstützung dieses Regimes verboten.

 1947

Stadtdirektor Dr. Winters gefeuert
Die Briten müssen den von ihnen kurz zuvor ernannten Stadtdirektor wieder absetzen. Ohne Nennung von Gründen bleibt Dr. Winters dem Dienst fern. Die SPD verweigert darauf die Zusammenarbeit und wirft der Militärregierung vor, mit der Ernennung Dr. Winters gegen die Regeln der Selbstverwaltung verstoßen zu haben. Die Briten lenken ein und Kurt Gallasch wird neuer Stadtdirektor.

 1950

Hilferuf des Bürgermeisters
Bundeskanzler Adenauer hat im Petersberger Abkommen einer Demontage deutscher Industrieanlagen zugestimmt. Dem Gelände von Weser-Flug droht daher der Abriss. Bürgermeister Johann Müller schreibt einen besorgten Brief an Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf und bittet ihn, gegen die drohende Demontage zu kämpfen. Müllers Sorge sind 4000 Arbeitslose im Stadtgebiet. Wenn die Hallen und Maschinen erst mal abgebaut sind, ist neue Arbeit nicht in Sicht.

 1951

SPD-Zwischenbilanz für Nordenham
Bildung, Wohnungen und Arbeit haben bei den Sozialdemokraten Priorität. Die absolute SPD-Mehrheit ist stolz auf die "Gemeinnützige Nordenhamer Siedlungsgesellschaft". Durch 77 Altbauten und 76 Neubauten gibt es Aufträge und Arbeit für Handwerk und Gewerbe. Für den Bau von Schulräumen werden 153.260 Mark aufgewendet, Lehrmittel schlagen mit 28.000 Mark und Lehrbücher mit 5.300 zu Buche. Daneben steht der wirtschaftliche Aufschwung im Mittelpunkt der Politik.


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1952

Absolute Mehrheit verloren
Nur 12 von 25 Ratsmandaten für die Sozis. Die fünf bürgerliche Parteien verweisen die Sozialdemokraten in die Opposition. Bürgermeister Johann Müller tröstet die Genossinnen und Genossen, die SPD sei eine kämpferische Partei und könne sich auch in dieser Situation zurechtfinden.

 1956

Mehrheit zurück erobert
Die Sozialdemokraten haben die Niederlage von 1952 wieder gutgemacht. Mit 15 Mandaten hat die SPD ihre absolute Mehrheit zurück und Edwin Lielienthal wird Bürgermeister. Auch im Landkreis läuft es gut und Heinrich Müller wird Landrat. Als Arbeitsschwerpunkt nennt "Hein Land" den Berufsschulneubau in Nordenham und seine Antrittsrede endet mit Worten: "Wir wollen leidenschaftliche Kämpfer für den Frieden in der Welt sein".

 1957

Erich Ollenhauer in Nordenham
Im Rahmen des Bundestagswahlkampfes ist SPD-Chef Erich Ollenhauer in Nordenham. Er hält eine zündende Rede auf dem Marktplatz. Als Nachfolger des Direktkandidaten sind Heinrich Müller und Ernst Rodiek im Gespräch. Rodiek wird nominiert.

 1958

Heinrich Müller referiert, Thema: "Eigentum aus sozialistischer Sicht"
Die bürgerlichen Wahlkämpfer werden nicht müde, die Ängste der Bürger um ihren Spargroschen und Schrebergarten zu schüren. Heinrich Müller stellt erneut klar, dass die Sozis nicht Feinde des Eigentums sind. Konservative bezichtigen die Sozialdemokraten seit Kaiserszeiten der "Vaterlandslosigkeit". Zu diesem Thema ist der Betriebsleiter und Genosse Oskar Brandes, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, zu einem Vortrag angereist. Die Wiedervereinigung sei eine unabdingbare Forderung der SPD; Daran gestatten die Genossinnen und Genossen keinen Zweifel.

 1959

Internationaler Frauentag
Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) begeht unter dem Motto "Für eine glückliche Welt" den Internationalen Tag der Frau. In der Strandhalle stellt die Bundestagsabgeordnete Elfriede Eilers fest: "Mann und Frau müssen im politischen Leben zusammenstehen" und die AsF-Bezirksvorsitzende Kiesecker sagt: "Die höchste Aufgabe der Frau und Mutter ist es, den Atomtod zu bannen". Bei den Landtagswahlen verbucht die SPD Nordenhams 55,32 Prozent.


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1961

"Hein Land" ist Bundestagsabgeordneter
Heinrich Müller gewinnt den Bundestagswahlkreis 23 (Wesermarsch, Delmenhorst und Oldenburg Land) direkt. Auch die Stadtratswahl läuft gut. Mit 15 Sitzen verteidigen die Sozis ihre absolute Mehrheit.
Nordenham trauert um Wilhelm Harms. Der Ehrenbürger Nordenhams und langjährige SPD-Vorsitzende verstarb 94jährig. Die Kreiszeitung erinnert: Harms, lange Jahre Vorsitzender und unermüdlicher Motor der SPD war schon zu Lebzeiten zur Parteilegende geworden. Unlöschbar in unserer Erinnerung: seine aufrechte Haltung in den Zeiten des Kaiserreiches und in den Terrorjahren der Nazi-Barbarei. Selbst Arbeitslosigkeit nahm Harms um seiner Partei und seiner Überzeugung willen in Kauf.

 1962

Juso-AG
Eine Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten (Juso) steht vor der Gründung. Nach der schweren Sturmflut debattiert die Partei heftig über Katastrophenschutz. Dank und Anerkennung wird den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern ausgesprochen.

 1964

Mandat zugelegt - SPD verfolgt ehrgeizige Ziele
16 Sitze - also noch ein Mandat mehr erringen die Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl. Bürgermeister Edwin Lielienthal erklärt: "Wir wollen 1000 Wohnungen bauen!" Die "Friedeburg" soll in den Besitz der Stadt übergehen.

 1965

Moin Willy
Bundestagswahl - Willy Brandt kommt nach Nordenham. Der Andrang ist so groß, dass der Friedeburg-Saal zeitweilig geschlossen werden muss. Die 12 Aale aus den Gewässern der Wesermarsch nützen auch nichts - den Sieg der Bundestagswahl verbuchen die Konservativen.

 1967

Gegen Erschwerniszulage für städtische Putzfrauen und Arbeiter
Unionschristen intervenieren beim Verwaltungspräsidenten Städtische Putzfrauen und Arbeiter sollten soviel verdienen wie in der Freien Wirtschaft. Vor Jahren wurde dieser Beschluss im Partei übergreifenden Konsens beschlossen. Die Genossinnen und Genossen sind empört über die Konservativen: Die haben sich mit der Bitte um Prüfung des übertariflichen Erschwerniszuschlags an den Verwaltungspräsidenten gewandt. Prompt kommt das Verbot aus Oldenburg. Für rund 140 Stadtbedienstete ein Schlag ins Gesicht.


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1968

Edwin Lielienthal mit 92 Prozent als Bürgermeister bestätigt
"Seid vergönnlich!" lautet der Wahlspruch des selbstständigen Krämers aus Phiesewarden. Höchst vergönnlich ist er wohl auch selbst... Nach wieder mit absoluter Mehrheit gewonnener Stadtratswahl wählen 23 von 25 Ratsmitgliedern Edwin Lielienthal zum Bürgermeister. Als Jüngste im Rat - die Jungsozialistin Margitta Terborg. Ein Thema im Wahlkampf: Wegen zu hoher Gewerbesteuern in Nordenham sei das Bier so teuer. Die Genossen kontern, in der Kreisstadt Brake sei das Bier ja genauso teuer, obwohl dort die Gewerbesteuer um ein Drittel höher ist.

 1969

Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) gegründet
Aus einem losen Zusammenschluss aktiver Genossinnen soll eine aktive Arbeitsgemeinschaft werden. Sechs SPD-Frauen (Betty Gärtner, Ruth Müller Marianne Münzberg, Lieselotte Scholz, Alma Schröder, Margitta Terborg und Elsbeth Trentepohl) gründen eine Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF). Heinrich Müller erobert den Bundestags-Direktwahlkreis mit 8300 Stimmen Vorsprung vor dem Konservativen Dr. Siemer zurück. Vor vier Jahren hatten "Hein Land" nur 319 Kreuze am Sieg gefehlt.

 1970

Abbehausen kommt zu Nordenham
Die Sozialdemokraten in Abbehausen und Nordenham sind sich einig: Abbehausen kommt zu Nordenham. Die Nordenhamer Genossinnen und Genossen haben viel Verständnis - rund 1000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten in der Nachbargemeinde, aber die Gewerbesteuer bleibt in Nordenham. Als regulärer Stadtteil mit möglichst viel Autonomie wird Abbehausen mehr Gerechtigkeit widerfahren. Laut Grenzvertrag ist der neue Ortsteil mit einem gewählten Ortsrat und einem Ortsbürgermeister ausgestattet.

 1971

Neuer Bürgermeister
Völlig überraschend erklärt der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister Edwin Lielienthal seinen Rücktritt. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Leo Walter wird sein Nachfolger. Für Norbert Münzberg ist der Stuhl des Fraktionsvorsitzenden frei. In der Peterstraße eröffnet Ortsvereinsvorsitzender Horst Buchhold das "Bürgerbüro". Für die 360 Genossinnen und Genossen soll dies der Mittelpunkt der Information sein, freut sich Horst Buchhold.

 1972

AsF und Jusos machen mobil - Aufbruch zu neuen Ufern
Ein hochpolitischer Stadtratswahlkampf: die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) diskutiert in öffentlichen Versammlungen die Ostverträge und den Schwangerschafts-Paragraphen 218. Die Jungsozialisten bringen fünf Kandidaten auf die Liste. Norbert Münzberg ist Spitzenkandidat und wird Bürgermeister. Die Sozialdemokraten erringen insgesamt 24 Mandate. Nach Bürgermeister-Stellvertreter Günter Jünemann wird Margitta Terborg zweite Stellvertreterin.


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1973

Edwin Lielienthal verzichtet auf Landtagsmandat
Edwin Lielienthal kandidiert nicht mehr für den Landtag. Die Partei nominiert Udo Zempel aus Rodenkirchen als Nachfolger. Im SPD-Ortsverein Nordenham werden Stimmen laut, alle Ortsvereine der Stadt zusammen zu legen. Mehrheitlich gelangt man zu der Auffassung, durch eigene Parteiorganisationen in den Ortschaften ist man näher an den Bürgerinnen und Bürgern.

 1974

Norbert Münzberg erneut Bürgermeister
Die erste Stadtratswahl nach der Eingemeindung von Abbehausen und Esenshamm bringt den Sozialdemokraten 17 Mandate. Norbert Münzberg wird als Bürgermeister bestätigt, Helmut Frerichs wird erster und Margitta Terborg zweite Stellvertreter/in. Für Gesprächsstoff sorgt das "Intertraffik-Gutachten". Dieses soll die Stadtentwicklung vorgeben. Man dürfe jetzt nicht überhitzt diskutieren. In Ruhe und Besonnenheit müssen die anstehenden Entscheidungen getroffen werden, erklärt ein Parteisprecher vor der Presse.

 1975

Margitta Terborg ist Ortsvereinsvorsitzende
Die Genossinnen und Genossen wählen Margita Terborg zur Vorsitzenden. Erstmals steht eine Frau der Partei in Nordenham vor. Der Kaufmann Karl-Heinrich Hülzer wird von der Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD (AGS) für die Landesliste als Bundestagskandidat nominiert.

 1976

Wettstreit um die Listenplätze
Über hundert Genossinnen und Genossen aus allen Nordenhamer SPD-Ortsvereinen wählen die Kandidatinnen und Kandidaten zur Stadtratswahl. In einem Wochenendsymposium wird das Wahlprogramm erarbeitet. Die SPD macht sich dafür stark. das alte Krankenhaus zu kaufen. Internationaler Tag der Frau - die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), Renate Peters ist zu Besuch in Nordenham.

 1977

Rudi Bertram ist Pressesprecher
Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) macht sich für eine öffentliche Toilette auf dem Marktplatz stark. So viele Touristen und kein Lokus... Die schlechte Auftragslage im Flugzeugwerk VfW macht den Sozialdemokraten Sorgen. Die Genossinnen und Genossen wählen den selbstständigen Elektromeister Rudi Bertram zum Pressesprecher.


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1979

SPD Nordenham landet Bombenerfolg bei Europawahl
Ein sehr engagierter Wahlkampf bringt großen Erfolg: Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt stimmen bei der Europawahl mit 60,4 Prozent für die Sozialdemokratie. Als Nachfolgerin Ruth Müllers wird Bärbel Voß zur neuen Vorsitzenden der AsF gewählt.

 1980

Margitta Terborg folgt Heinrich Müller als Bundestagsabgeordnete
"Heini" Müller kandidiert nicht wieder für den Bundestag. Mit einem sehr eindrucksvollen Ergebnis zieht Margitta Terborg direkt gewählt ins Bonner Parlament ein. im Bürgermeisteramt wird die Genossin von Günter Ede abgelöst.

 1981

Absolute Mehrheit verloren
Schlappe bei der Kommunalwahl: SPD bleibt mit Abstand stärkste Partei, verliert aber die absolute Mehrheit. Günter Ede bleibt Bürgermeister und die Konservativen und die Liberalen stellen je einen Stellvertreter. Die Genossinnen und Genossen wollen künftig den Parteibeitrag per Lastschrift entrichten. Der Hauskassierer ist für die reibungslose Umstellung verantwortlich.

 1982

VfW kündigt Entlassungen an, Jusos: Jahnhalle als Jugendzentrum
Abermals droht VfW mit Entlassungen. Nordenhams Sozis ersuchen die Arbeitgeber der Region um verstärkte Berufsausbildung auch über den eigenen Bedarf an Nachwuchs hinaus. Die Jusos veranstalten eine Podiumsdiskussion; die Jahnhalle soll zum Jugend- und Kulturzentrum umgebaut werden.

 1983

Gegen Spielhallen
Keine neuen Spielhallen mehr! Das fordert Nordenhams SPD. Sorge macht den Genossinnen und Genossen auch die zunehmende Zahl von Sozialhilfeempfängern. Und mit Skepsis sehen sie die Munitionstransporte der Amerikaner. Die Bahngleise führen schließlich mitten durch die Stadt. Die atomare Aufrüstung ist den Sozialdemokraten ein Dorn im Auge. Die Friedenspolitik ist auch Thema bei der AsF.


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1984

Willy Brandt ehrt SPD-Jubilare - auch Gerhard Schröder gratuliert
Zum 90. Geburtstag des SPD-Ortsvereins kommt Willy Brandt nach Nordenham. 18 Mitglieder empfangen Urkunden und Anstecknadeln aus seiner Hand. Harm Beek konnte leider nicht mehr für seine 78 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden, er ist leider vor einigen Tagen gestorben. Aber Anton Diekmann kann auf 65 Jahre in der SPD zurückblicken. Gerhard Schröder als Ministerpräsidentenkandidat schließt sich dem Gratulationsreigen an.

 1985

Streit um Tiefgarage
Unterschiedlicher Meinung sind die Sozis beim Thema Tiefgarage. Die Jusos rufen alle Parteimitglieder auf, die Befürworter nicht zur Kommunalwahl zu nominieren. Es entwickeln sich kommunalpolitischen Turbulenzen. Ulrich Münzberg legt den Vorsitz des Stadtverbands nieder und Bauausschussvorsitzender Heinrich Osterloh wird (zunächst) nicht wieder zur Stadratswahl aufgestellt.

 1986

Absolute Mehrheit zurück erobert
Bei den Kommunalwahlen holt die SPD die absolute Mehrheit zurück. 20 von 37 Mandaten gehen an die Sozialdemokraten. Günter Ede wird als Bürgermeister wieder gewählt, Ulrich Münzberg und Bärbel Voß werden Stellvertreter. Nordenhams Ehrenbürger Edwin Lielienthal ehrt sechs Mitglieder für 40 Jahre Parteitreue.

 1987

Wechsel im Parteivorsitz
Marigitta Terborg gibt nach 12 Jahren den Vorsitz des SPD-Ortsvereins ab, um Stadtverbandsvorsitzende zu werden. Als ihr Nachfolger wird Helmut Pophanken gewählt. Die Themen der politischen Diskussion umfassen Schwerlastverkehr, Müll und Abfall, Tschernobyl, Aids und Hallenbad. 2000 Sozialhilfeempfänger belasten die Stadt; der konservativen Bonner Regierung werfen die Sozialdemokraten soziale Kälte vor.

 1983

"Woche des ausländischen Mitbürgers"
Zum 125sten Geburtstag der Mutter-SPD ist Exbundesminister Karl Ravens der Festredner. Ulrich Münzberg wird Ortsvereinsvorsitzender und in der Herbertstraße bezieht die Partei ihr neues Bürgerbüro. Alle Genossinnen und Genossen werden aufgefordert, sich aktiv an der "Woche des ausländischen Mitbürgers" zu beteiligen.


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1989

20 Jahre Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF)
Ein eigenes Lied haben die Genossinnen zu ihrem 20jährigen Jubiläum eingeübt. Anke Fuchs, MdB und AsF-Bundesgeschäftsführerin, hält die Geburtstagsrede. Zur Europawahl wird ein Europafest gefeiert. Im Festzelt gibt es ein Euro-Cafe und hohe Diplomaten aus EG-Ländern sind zu Gast. Nordenhams Sozialdemokraten sprechen sich einmütig gegen die Müllverbrennung aus.

 1990

Neuer Bürgermeister
Nach vielen Jahren als Ratsvorsitzender legt Günter Ede sein Amt nieder. Nachfolger wird Ulrich "Uli" Münzberg. Stellvertreter werden Bärbel Voß und Heinrich Osterloh. Bei der Landtagswahl ist die SPD mit einem Stimmanteil von über 60% sehr erfolgreich.

 1991

Wahlsieg für SPD
Mit 53% sichern sich die Sozialdemokraten erneut die absolute Mehrheit im Rathaus. Die Konservativen schaffen 30 Punkte. Uli Münzberg wird erneut Bürgermeister und Bärbel Voß und Heinrich Osterloh die Stellvertreter. Katastrophale Zustände in Russland erregt Besorgnis bei den Genossinnen und Genossen. Laut Beschluss des Ortsvereins beteiligt man sich an den Hilfsaktionen des Landkreises für dessen Partnerstadt Woronesch.

 1992

Ingrid Tetz neue Vorsitzende
Die Nordenhamer SPD bekennt sich zum Asylrecht. Darum legt Reinhold Manski alle Ämter nieder. Ingrid Tetz wird als 1. Vorsitzenden gewählt. Auch "Kampfeinsätze" der Bundeswehr werden heftig diskutiert. Die SPD in Nordenham vertritt mehrheitlich pazifistische Positionen.

 2007

Reiner Tönjes neuer Vorsitzender
Nach vielen Jahren rühriger Aktivitäten gibt Ingrid Tetz den Vorsitz ab. Reiner Tönjes wird zum 1. Vorsitzenden gewählt und tritt die Nachfolge an.

 2009

Kurt Winterboer zum Vorsitzenden gewählt
In der Jahreshauptversammlung wählen die Genossinnen und Genossen Kurt Winterboer zum Vorsitzenden. Kurt Winterboer gehört dem Stadrat in Nordenham und dem Kreistag des Landkreises Wesermarsch an. Seit einigen Jahren ist er Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag.

  

Die Liste wird bei Aktualität fortgesetzt...

  

Kontakte
Der Vorsitzende Kurt Winterboer und seine Genossinnen und Genossen im Vorstand sind dankbar für Kritik und Anregungen jeglicher Art. Wer nicht so gerne eine "Email" sendet, kann natürlich alle Sozis nach wie vor auch ganz normal anrufen. Bitte suchen Sie sich einen Gesprächspartner aus der Vorstandsliste!

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